Die Funktion der Ortskerne für die Stabilisierung Zentraler Orte

Klaus Mensing leitet neue AG der Akademie für Raumforschung und Landesplanung

Die Zukunft der Zentralen Orte als bedeutende Stütze des Siedlungsstruktursystems in Deutschland hängt insbesondere im Ländlichen Raum von der Sicherung zentrenbildender Versorgungsfunktionen sowie damit verbunden vom Erhalt attraktiver Ortskerne ab. Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Nordwest der Akademie für Raumforschung und Landesplanung hat dieses Thema aufgegriffen und eine Arbeitsgruppe zum Thema „Die Funktion der Ortskerne für die Stabilisierung Zentraler Orte“ unter der Leitung von Klaus Mensing ins Leben gerufen.

Lebendige Ortskerne mit einem vielfältigen Mix aus Handel, Dienstleistungen sowie Freizeit, Kultur, Bildung und Daseinsvorsorge sind wesentliche Qualitätsmerkmale Zentraler Orte (Versorgungskern) und ein Standortfaktor für Lebens- und Wohnqualität, Identität und Imagebildung sowie Handel, Gewerbe und Tourismus. Die Trends im Einzelhandel und bei privaten und öffentlichen Dienstleistungen sowie die demografische Entwicklung führen tendenziell zu einem Verlust von Funktionen sowie – insbesondere in den Ortskernen – zu zunehmenden Leerständen.

Die Zentralen Orte zu stabilisieren und zu stärken ist eine wichtige Zukunftsaufgabe der Kommunen und der Regionalplanung. Aufgrund der genannten Trends sind für die Sicherung der Funktion der Ortskerne für die Stabilisierung der Zentralen Orte allerdings neben dem „klassischen Instrumentarium“ der Raumordnung Initiativen notwendig, die a) die Akteure vor Ort (insbesondere Gewerbetreibende und Eigentümer) aktivieren, begeistern, professionalisieren und bewegen, etwas zu tun (quasi die „software“) – mit Schwerpunkt auf kooperativen Ansätzen wie Quartiersinitiativen und Standortgemeinschaften und b) die Immobilien bewegen, d.h. marktgängige Flächen durch Umbau und Zusammenlegung schaffen bis hin zu Abriss und Neubau („hardware“), indem lokales Kapital stärker mobilisiert wird.

Anhand von Fallstudien, insbesondere in der Landkreisen Osnabrück und Dithmarschen, werden (neue) Organisationsformen und Instrumente untersucht, die geeignet sind, die (zukünftigen) Funktion(en) der Ortskerne für die Stabilisierung Zentraler Orte aktiv zu unterstützen. Ergebnis und Output ist eine Arbeitshilfe für Kommunen als praxisnahe Politikberatung mit Strategien, Instrumenten und guten Beispielen für die Stabilisierung der Zentralen Orte durch lebendige und attraktive Ortskerne. (vgl. Download)

Eichenauer, Neugebauer, Mensing, Hauschild

Arbeitshilfe für Kommunen


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