Zukunft der (Stadt-)Zentren ohne Handel?

Klaus Mensing leitet neue Ad-hoc-Arbeitsgruppe der ARL

 

Die Landesarbeitsgemeinschaft Bremen / Hamburg / Niedersachsen / Schleswig-Holstein (LAG Nordwest) der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) hat eine neue Ad-hoc-Arbeitsgruppe zum Thema „Zukunft der (Stadt-)Zentren ohne Handel? Neue Impulse und Nutzungen für Zentren mit Zukunft“ ins Leben gerufen. Leiter der AG ist Klaus Mensing.

Anlass ist der zunehmende Funktionsverlust des Einzelhandels – sowohl in Klein- und Mittelstädten Norddeutschlands als auch in Stadteilzentren größerer Städte. Wenn die Leitfunktion des Handels abnimmt, steigt die Notwendigkeit, Strategien und Instrumente für eine gesteuerte Transformation der Zentren zu entwickeln. Im Kern geht es dabei um neue Nutzungen außerhalb des Handels, die durch neue Zielgruppen und zusätzliche Frequenz den Handel unterstützen und zu einer höheren Attraktivität des Zentrums als urbanem Marktplatz mit neuen Aufenthalts-, Kommunikations- und Erlebnisqualitäten beitragen.

Was kommt, wenn der Handel geht? Neben etablierten Nutzungen wie Kultur, Dienstleistungen und Wohnen sind auch neue Nutzungen zu akquirieren – mit Fokus auf sogenannten „urbanen Offline-Perlen“. Dies sind Nutzungen, die persönliche Kontakte erfordern und nicht digitalisiert werden können, Menschen ins Zentrum locken und zeitgemäße Treffpunkte bieten: Gastronomie und Freizeit / Sport, Kunst und Kultur, Bildung, Gesundheit oder Pflege, Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie z.B. eine Kita oder eine Bücherei sowie Coworking-Spaces. Zudem sind Flächenangebote zu schaffen, um Handwerk und urbane Produktion zurück in die Zentren zu holen.

Ziel der Ad-hoc-Arbeitsgruppe ist – ausgehend von der einzelhandelsbezogenen Innenstadtentwicklung in Nordwestdeutschland – die Ableitung von Strategien und Instrumenten zur Gestaltung und Steuerung von Transformationsprozessen in den Zentren sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für Wissenschaft und Praxis. Im Ergebnis werden ein ARL-Positionspapier und ein Aufsatz in einer Fachzeitschrift erarbeitet; die Ergebnisse werden zudem im Rahmen eines offenen Workshops der LAG Nordwest präsentiert.

Auszug aus STANDORT-Heft 3/2019 zum Deutschen Kongress für Geographie: Was kommt, wenn der Handel geht (Mensing)

Weitere Infos bei Klaus Mensing unter